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Was tun bei Schulden?

Es gibt viele Gründe, Schulden zu machen oder in eine Überschuldung zu schlittern, Verlust des Arbeitsplatzes und des Partners, Ehescheidung, Probleme mit Alkohol und anderen Drogen. Aber auch zu grosse Sorglosigkeit, durch die Macht der Werbung unkontrolliertes Konsumverhalten und finanzielle Nichtplanung spielen oft eine Rolle.

Hier finden Sie Anregungen, wie Sie Ihre Schulden in den Griff bekommen und wo Sie sich professionelle Hilfe holen können, wenn Sie es alleine nicht schaffen. Oft hilft schon ein genaues durchrechnen und reduzieren der laufenden Kosten oder eine zusätzliche Geldquelle, z.B. ein Nebenjob oder ein Sonderverkauf, um Schulden zu vermindern und endlich wieder Land zu sehen.

Sofortmassnahmen - schnelles handeln bei Schulden ist wichtig

Schuldenreduzierung kann nicht warten, je länger Sie nicht handeln, desto schwieriger wird′s. Wenn Sie laufende finanzielle Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen können, sollten Sie nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich aktiv an die Verbesserung der Situation machen. Wenn Sie nicht handeln, wird Ihre Schuld durch weitere Kosten für Mahnungen, Vollstreckungen und Verzinsung immer grösser. Deshalb: Handeln Sie sofort.

Volle Kontrolle - stellen Sie einen Haushalts- oder Finanzplan auf

In vielen überschuldeten Haushalten, ist der Überblick über Einnahmen und Ausgaben verloren gegangen. Viele Menschen neigen in schwierigen Situationen zum schleifen lassen der Dinge. Das aber lässt die Kostenbelastung ansteigen und macht die Lage nur noch schlimmer. Wenn Sie Schulden abbauen wollen, sollten Sie zunächst die finanzielle Lage in allen Einzelposten erfassen.

Schreiben Sie auf ein Blatt links alle regelmässigen Einnahmen und rechts alle regelmässigen Ausgaben, am besten für den Zeitraum eines Monats. Typische Posten auf der Einnahmenseite sind Lohn, Gehalt, Rente oder andere Einnahmen, auf der Ausgabenseite sind es Miete, Strom, Gas, Telefon, GEZ, Lebensmittel, Kleidung, evt. Auto, Fahrzeug und einiges andere. Bitte nichts vergessen, diese grundlegende Arbeit soll der Start in eine schuldenfreie Zukunft sein.

Einsparmöglichkeiten und Geldquellen entdecken

Haben Sie auf diese Weise alle regelmässigen Einnahmen und Ausgaben erfasst, sehen Sie Ihren finanziellen "Ist-Stand" schwarz auf weiss vor Augen. Wahrscheinlich übersteigt die Summe der Ausgaben die Summe der Einnahmen. Forsten Sie nun Ihre Ausgabenseite auf Einsparmöglichkeiten durch. Seien Sie kritisch und kreativ.

Müssen die Zigaretten sein? Muss der Alkohol sein? Müssen es zwei Autos sein? Bekommt man Lebensmittel der gleichen Qualität eventuell preiswerter? Habe ich zu teure oder überflüssige Versicherungen? Bezahle ich viel Geld für einen dauerhaften Dispo- oder Überziehungskredit? Stellen Sie jeden einzelnen Posten auf den Prüfstand. Kosten können Sie beispielsweise auch ganz einfach durch ein kostenloses Girokonto einsparen. So vermindern Sie Ihre Ausgaben.

Jetzt überlegen Sie, ob auf der Einnahmenseite irgendwie etwas zu verbessern ist. Können Sie Ihren Chef zu einer Aufstockung überreden? Ist ein Zweit- oder Nebenjob in Reichweite? Vorsicht, auch in diesem Bereich sind leider viele Betrüger unterwegs, die mit einem Job locken, Ihnen aber nur Geld abnehmen wollen.

Können Sie etwas verkaufen? Denken Sie an Boden, Keller, Speicher, gibt es irgendetwas, das Sie in Kleinanzeigen, auf dem Flohmarkt oder bei e-bay zu Geld machen können? Oft liegt etwas lange vergessenes herum und wartet auf die Wiederentdeckung.

Sprechen Sie mit Ihrer Bank

Wenn Sie einen Ratenkredit bei Ihrer Hausbank abzahlen und die Gefahr droht, dass die monatliche Rate nicht mehr vom Girokonto abgebucht werden kann, sollten Sie frühzeitig Ihre Bankfiliale aufsuchen und z.B. eine Stundung aushandeln. Je früher Sie das erreichen, desto besser. Wenn Sie zu spät auf die Bank zugehen und diese eine Stundung ablehnt, könnte eine Vollstreckungsmassnahme und die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung EV auf Sie zukommen.

Ständig im Minus - das kommt teuer

Wer dauerhaft und über längeren Zeitraum seinen Dispo- oder Überziehungskredit ausreizt und ständig im Minus ist, zahlt sehr hohe Zinsen, 18 Prozent sind gängiger Satz. Gerade wenn der eigentliche "Dispo" schon ausgereizt ist und eine weitere Überziehung des Kontos von der Bank nur geduldet wird, steigen die zu zahlenden Zinsen auf erhebliche Beträge.

In diesem Fall kann eine Umschuldung sinnvoll sein, d.h., man nimmt einen zinsgünstigen online Kredit auf und gleicht das ständige Minus auf dem Girokonto aus. Günstige online Kredite sind in jedem Falle preiswerter als hoch verzinste Überziehungs- und Dispositionskredite.

Vom Regen in die Traufe - unseriöse und falsche Schuldnerberater

Leider wird oft versucht, mit der Not von Schuldnern schnelles Geld zu verdienen. Vorgebliche "Berater" und angebliche Hilfsorganisationen preisen professionelle und unkomplizierte Hilfe bei Verschuldung an. Seien Sie auf der Hut und skeptisch und rücken Sie niemals persönliche Dokumente heraus. Diese brauchen Sie in Verhandlungen mit Gläubigern, Banken und Behörden. Spätestens, wenn diese vermeintlichen Helfer in der Not Rechnungen schicken und anfangen abzukassieren, sollten alle Alarmglocken schrillen.

Zögern Sie in einem solchen Fall nicht, sich sofort an eine der Verbraucherzentralen zu wenden. Dort finden Sie auch weiter führende kostenlose Schuldnerberatung.

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